Obstverarbeitung seit über 60 Jahren

Tradition bewahren – für die Zukunft

1918 kommt es auf Betreiben des damaligen Wolfsberger Bürgermeisters Paul Hackhofer zur Gründung der „Vereinigung von Obst- und Bodenproduktions GmbH“  kurz „Lavantobst“ genannt. Diese kooperiert mit der „Landwirtschaftlichen Genossenschaft Wolfsberg“. Im schwierigen Wirtschaftsumfeld dieser Zeit lösen sich beide Vereinigungen 1922 wieder auf.

Im Jahr 1949wird die „Lavanttaler Edelobstgenossenschaft“, gegründet, welche der Grundstein unseres heutigen Betriebes darstellt.

Stetige Weiterentwicklung, Erneuerung und Investition in den Betrieb hat unsere Obstverarbeitung in technischer Hinsicht zu dem gemacht, was sie heute ist.

Im Spiegel der Zeit

Der Betrieb „Lavanttaler Obst“

Unternehmensgeschichte

1949Die Gründung der Lavanttaler Edelobstgenossenschaft erfolgt unter Obmann Karl Buser, Anna Henckel, Hans Polster, Rudolf Nötzli, Wilhelm Angermann und weiteren 21 Mitgliedern sowie GF Baumgartner. Ziel ist die Vermarktung von Edelobst (Äpfel und Birnen) – Ribisel Übernahme (bis zu 200.000kg) – sowie ein Stand in Wien am Naschmarkt. Der Neubau in Priel/Wolfsberg ist ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Unternehmensgeschichte (vorher am „Pfundnerhof in Ritzing/Wolfsberg).
1954Unter Obmann ÖR Adolf Traussnig, GF Karl Otti und Verwalter Balthasar Streit kommt es am 24. Mai zu der Fusion mit der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Wolfsberg.
1958Die Errichtung einer Pressanlage ermöglicht die erfolgreiche Produktion von Apfelsaft und Apfelmost (Lohnpressen).
1968Investitionen in den Zubau eines Presshauses sowie einer Kelleranlage ermöglichen ein stetiges Wachstum – weitere Erneuerungen wie die Obstübernahme, der Bau der Förderanlagen, die Obstwäsche und die Installation einer Bucherpresse sowie die Anschaffung von 10 Holzfässern (7.000 – 17.000 Ltr.) inklusive neuem PVC Tanklager ermöglichen eine Erweiterung der Produktion.

Ab 1979 wird der Betrieb unter Verwalter Ing. Hermann Peter geführt.

1982Unter Obmann Ernst Vallant (Obmann-Funktion seit 1981) und GF Ing. Franz Pöcheim kommt es zur Errichtung eines 200.000 Ltr. Erdtanklagers.
1986Unter Betriebsleiter Ing. Berthold Radl (seit 1986) wird eine Flaschenfüllanlage in Betrieb genommen.
1990Die Errichtung eines 300.000 Ltr. Apfelmost-Tanklagers erweitert die Lagermöglichkeiten.
1993In diesem Jahr kommt es zu einer Befestigung des Obstlagerplatzes.
1998Unter GF Ing. Gerhard Janschitz (seit 1994) erfolgt der erste Teilausbau des Apfelsaft-Tanklagers (Röhrenpasteurisationsanlage).
2001Ein zweiter Teilausbau des Apfelsaft-Tanklagers bestätigt den zunehmenden Zuspruch der Produkte.
2008Weitere Investititonen in den Neubau eines Gärkellers, einer EDV geführten Gärtemperatur-Steuerung sowie die Errichtung eines 500.000 Ltr. Tanklagers ermöglichen ein weiteres Wachstum im Unternehmen.
2015Der Ausbau des Unternehmens steht im Focus – unter Obmann ÖR Anton Heritzer (seit 2009) wird eine neue Flaschenfüllanlage und Membran-Filtrationsanlage errichtet.
2013Kundennähe – „Verkauf, Präsentation und Information“ werden immer wichtiger.
Diese Vertriebsfunktion im Lavanttaler Obst übernimmt Rosita Radl.
2017Investition in ein Palettenlager ermöglicht die frostfreie Einlagerung von 200 Euro-Paletten.

Ein attraktiver Präsentationsbereich wird im Hauptgebäude gestaltet.

Die Geschichte und Anfänge

Der Obstbau im Lavanttal

Obstbau mit hohem Stellenwert.
Der Grundstein der Obstbautradition im Lavanttal reicht bis in das Jahr 1796 zurück. Damals verkauften Händler aus Bamberg in Wolfsberg wagenweise junge Obstbäume. In den bambergischen Urkunden sind diese sogenannten „Bäumgärtl“ bei den Weingärten in Wolfsberg und Umgebung, über Jahrhunderte hindurch, erwähnt.

Am 24. Oktober 1547 wurde bei der Inventur-Aufnahme im Pfarrhof zu Wolfsberg unter anderem auch „ein Startin Most“ gefunden. Am 26. Mai 1579 wurde die neue „Mittelsteuer“ veröffentlicht – durch den Stadtrichter Hans Quentschnig von St. Andrä und Ratsbürger Perger, wo der Most allerdings noch keine Erwähnung findet. Stattdessen Wein, Met und Bier (auch Steinbier aus St. Andrä), Branntwein, Tuch, Loden, Leinwand und Seidenwaren. Von Pressmost ist aber schon im Ratsprotokoll von 26. Februar 1580 die Rede – denn wer Pressmost ausgibt, hat jährlich zwei Gulden Stadtsteuer zu berappen. Die landwirtschaftliche Besteuerung des Obstbaues wird damals noch nicht bedeutend gewesen sein. Die Blaiken bei St. Andrä war ein erstes Zentrum der Mostwirte, das außerhalb der Stadtmauern lag.

Landgerichtsverwalter Jäny zu Hartelstein berichtet am 15. Oktober 1638 von einem in Arrest Gesetzten an den Vizedom, dass er ihm „den Wein und ander schlechtes Getränk von Öpfl- und Piernmösten verboten“ und ihm stattdessen gegen Hitze und Kopfschmerzen frisches Wasser gegeben habe. 1649 machten Stadtrichter Philip Zeidler und Ratsbürger Caspar Priesacher zu Wolfsberg die „gehorsame Erklärung“, bezüglich der Wein- und Most-Tatz jeden einzelnen von Quartal zu Quartal die Tatz erlegen zu lassen, „da weder Piern- noch anderer Most im ganzen Landgericht gerathen sind“. 1661 hatten sich von Wolfsberg nach Hartelsberg heimkehrende Bauern zu St. Johann im Wirtshaus des Kuchler mit Most „bezecht“. Der folgende Raufhandel ist in den Landgerichtskarten vom 12. Jänner 1661 beschrieben.

Obstbaumpflanzungen
Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts, 1797, wurden größere Obstplantagen von Johann Söllner in Wiesenau und Freiherrn von Herbert in Wolfsberg angelegt, die jeweils mehrere tausend Obstbäume pflanzen ließen. Weiters zählten die Besitzer des Gutes Bayerhofen, die Prälaten von St. Paul, P. Ferdinand Steinringer und P. August Duda, zu den Obstbau-Pionieren im Lavanttal. Zwischen 1918 und 1938 wurde im Lavanttal eine Wirtschaftsobsternte zwischen 400 und 500 Waggon erzielt, der Großteil wurde für die Mosterzeugung am jeweils eigenen Hof genutzt. Lavanttaler Obst wurde aber auch nach Süddeutschland, Salzburg und Oberösterreich in andere Verwertungsbetriebe gebracht. Die erste Obstbaumzählung von 1939 brachte die Bilanz von 250.000 Apfelbäumen, 200.000 Mostbirnbäumen und 150.000 Bäume anderer Sorten.

Der Schatz aus den Streuobstwiesen.

Lavanttal, das Paradies Kärntens

Das Lavanttal im Osten Kärntens, eingebettet zwischen der Koralpe und der Saualpe, ist gesegnet mit fruchtbaren Böden und wechselnd mediterranem und alpinem Klima. Seit Jahrhunderten leben die Menschen hier vom Obst und den daraus gewonnenen Erzeugnissen, die nicht allein wertvolle Lebensmittel, sondern auch ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor sind.